Eigentlich wollte ich diesen Monat zu einem ganz anderen Thema schreiben. Doch manchmal passiert etwas Außergewöhnliches – etwas, womit wir im Alltag so gar nicht rechnen und das uns ganz schön ins Schleudern bringen kann.

Jeder kennt das – gerade geht es Dir noch richtig gut. Du bist ausgelassen und fröhlich, könntest die ganze Welt umarmen und im nächsten Moment passiert etwas, das Deine ganze Gefühlswelt völlig durcheinander bringt. Und zack – weg sind Ruhe und Gelassenheit.

Wie Du es mit THE WORK schaffst, selbst in einer bedrohlichen Situation, die Dinge so sein zu lassen, wie sie sind, erfährst Du in diesem Blogartikel:

Die Vergangenheit ist freundlich
– sie ist immer vorbei.

~ Byron Katie ~

Er sollte nicht einfach so in mein Zuhause eindringen!

Meine Event-Sommerpause im August fängt so richtig beschwingt an. Erst ein paar wunderbar entspannte Urlaubstage in Luzern mit meinem Mann und dann zurückgekehrt nach Hause, ein schöner Start in meinen Coachingalltag. Alles läuft rund – ich bin im Flow!

Bis zu dem Augenblick wenige Tage später, als ich morgens noch ganz schlaftrunken, meinen Mann völlig aufgebracht poltern höre. „So ein Mist – das ganze Geld ist weg! Jemand ist bei uns eingestiegen und hat alles durchstöbert!“

Ich kann es im ersten Moment gar nicht glauben – träume ich noch? Gleich werde ich aufwachen und über diesen schlechten Witz lachen können. Aber nein – es ist tatsächlich passiert! Ein oder mehrere Einbrecher sind in der Nacht zuvor in unser Haus eingebrochen. Sie  haben nicht nur das Bargeld, sondern – was weitaus mehr schmerzt – auch den Ehering meines Mannes gestohlen.

Einfach unfassbar! Und was ein erheblicher Unterschied, ob man nur als Zuschauer – gemütlich vom Sofa aus  – den Einbruch im Krimi sieht oder plötzlich selbst zur Betroffenen wird. Doch dem bereits spürbaren Gefühls-Wirrwarr aus Wut, Frust, Angst und Unruhe, will ich auf gar keinen Fall Raum geben! Und schon gar nicht meinen Sorgen und Befürchtungen, was zukünftig Schlimmes passieren könnte.

TIPP

Wenn Du nicht in der Lage bist, einen klaren Gedanken zu fassen, kann Dich das Arbeitsblatt Urteile über Deinen Nächsten beim Herausfinden Deiner stressigen Glaubenssätze sehr unterstützen.

Also, erstmal tief durchatmen und dann Worken. Nachdem ich richtig wach bin – sitze ich am Schreibtisch und lasse alle stressigen Gedanken und Überzeugungen, die ich über den Einbrecher hege, auf das Arbeitsblatt „Urteile über Deinen Nächsten“ fließen. Beim Beantworten der Fragen, rufe ich mir den Moment in Erinnerung, als ich mein Büro betrete und fassungslos die vielen offenen Schubladen sehe. Allein schon durch das Aufschreiben dieser Gedanken kann ich spüren, wie gut mir das tut. Der ganze Frust darf sich auf dem Arbeitsblatt ausbreiten und ich fühle mich etwas ruhiger.

ÜBUNG

Kennst Du Glaubenssätze wie z.B., „XY sollte mich nicht bestehlen“, „XY sollte meine Sachen in Ruhe lassen“ oder „XY sollte nicht einfach so in mein Zuhause (oder Leben) eindringen“?

THE WORK schenkt Dir die Möglichkeit, selbst mit einer heiklen Situation in Frieden zu kommen, so dass wieder Ruhe in Dein Leben einkehren kann.

Nimm den Glaubenssatz, der Dich am meisten belastet und dann beantworte die 4 Fragen der WORK – die Anleitung findest Du hier

THE WORK Beispiel: Niet- und nagelfest ist auch keine Lösung

Beim Durchlesen der stressigen Glaubensätze auf meinem Arbeitsblatt schmerzt mich am meisten, dass der Einbrecher einfach so in mein Zuhause eingedrungen ist. Diesen Schmerz will ich mir mit THE WORK nun genauer anschauen:

Frage 1

„Er sollte nicht einfach so in mein Zuhause eindringen!“ Ist das wahr? Davon bin ich felsenfest überzeugt: JA!

Frage 2

Kann ich mit absoluter 100%iger Sicherheit wissen, dass das wahr ist: „Er sollte nicht einfach so in mein Zuhause eindringen“? Einbruch geht für mich gar nicht – ich bleibe beim JA!

Frage 3

Wie reagiere ich, was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube: „Er sollte nicht einfach so in mein Zuhause eindringen!“ (Und er tut es doch)? Ich bin geschockt! Wut, Zorn und Groll steigen auf, wenn ich an den Einbrecher denke. Ich bin aufgewühlt und fühle mich durch sein Eindringen bedroht, angegriffen und überwältigt. Zugleich macht es mich traurig, dass der Ehering meines Mannes weg ist. Ich hadere mit der Situation, will sie anders haben, am liebsten ungeschehen. Doch genau das ist nicht möglich und das tut weh! Wie kraftlos und niedergeschlagen sich das anfühlt.

Beim Anblick der offenen Schubladen wird mir bewusst, dass der Einbrecher einfach so alle meine Sachen ansehen und berühren konnte. Ich fühle mich schutzlos und ausgeliefert, so als ob er MICH angesehen und berührt hätte. Angeekelt tauchen üble Zukunftsängste und Befürchtungen auf und hinterlassen ein unangenehmes Gefühl von Unruhe, Einschränkung und Feindseligkeit. Dieses ganze Durcheinander an Empfindungen ist purer Stress für mich!

Frage 4

Und wer oder was wäre ich (in dem Moment) OHNE den Gedanken? „Er sollte nicht einfach so in mein Zuhause eindringen!“ Wenn der Gedanke in dem Moment überhaupt nicht auftaucht, ist es mir möglich, beim Anblick der geöffneten Schubladen eher erstaunt und unbeeindruckt zu reagieren. Das kostet mich keine Kraft und ich kann wieder klar denken. Ganz ohne den lähmenden Gedanken, bin ich jetzt in der Lage, die Situation konstruktiv zu erfassen und einzuschätzen. Ich bin bereit, das was ist – ohne wenn und aber – zu akzeptieren und kann mich auf das konzentrieren, was jetzt zu tun ist. Das bringt mich in die Präsenz, macht mich selbstsicher,  handlungsfähig und fürsorglich auch mir selbst gegenüber.

Ohne den Gedanken kann ich unbelastet erkennen, dass der Einbrecher kaum etwas durchwühlt hat. Überhaupt nichts ist beschädigt! Alle meine Dinge sind noch an ihrem Platz – so wie ich sie am Tag zuvor hinterlassen habe. Kein wirklich großer Schaden ist entstanden. Was für eine Erleichterung! Dankbar fühle ich mich vom Universum gesegnet und kann endlich wieder Ruhe und Frieden in mir spüren. Diese Gelassenheit lässt mich lächeln, über mich, über ihn und über die Situation. Ich bin wieder in meiner Mitte und tatsächlich mit mir und dem Einbrecher im Reinen – was für ein Segen THE WORK für mich ist!

Die Umkehrungen

Die Umkehrungen von THE WORK wirken auf mich wie eine Vergrößerungslupe meiner neu gewonnenen Erkenntnisse. So wird z.B. aus „Er sollte nicht einfach so in mein Zuhause eindringen!“ / „Er sollte erst recht so in mein Zuhause eindringen!“

Im ersten Moment erscheint mir diese Umkehrung ins äußerste Gegenteil ziemlich sperrig. Doch andrerseits betrachte ich jede Umkehrung auch als Gelegenheit, etwas zu entdecken, was mir vorher nicht bewusst war.

Ich finde also mindestens drei ganz konkrete Beispiele dafür, dass die Aussage „Er sollte erst recht so in mein Zuhause eindringen!“ auch wahr oder wahrer für mich ist:

Beispiel 1

Ja, dem kann ich zustimmen – der Einbrecher hätte auch auf eine brutale Art und Weise eindringen können. Mir fällt ein, dass ich kurz von einem Lichtschein wach wurde und dachte, es wäre Wetterleuchten – im Halbschlaf habe ich mich noch gewundert, warum ich keinen Donner höre. Doch der Einbrecher hat mich in Ruhe gelassen, mir kein einziges Haar gekrümmt und ich konnte friedlich weiterschlafen.

Beispiel 2

Der Einbrecher hätte auch alles zerwühlen und kaputt machen können. Stattdessen hat er alles heil gelassen und wieder an seinen Platz gelegt – naja – bis auf das fehlende Bargeld und den Ehering. Also wenn schon Eindringen, dann erst recht so: auf Ordnung achtend und „korrekt“.

Beispiel 3

Und auch der fehlende Ehering meines Mannes zeigt mir ein „JA, die Umkehrung ist wahr!“ Nach dem Motto „Schmiedet Euer Glück“ ist es nun Zeit für einen Trauring-Schmiedekurs und individuelle Eheringe für uns beide. Genau das wünsche ich mir schon lange, denn bei unseren Heiratsvorbereitungen damals hatten wir das nicht im Plan.

Beispiel 4

Es liegt nicht in meiner Hand, was der Einbrecher denkt, sagt, fühlt oder tut. Folglich ist es auch nicht meine Angelegenheit, sondern seine, ob und wie er in mein Zuhause eindringt und was er dort stiehlt. Wenn ich das alles bei ihm und in seiner Verantwortung lassen kann, dann schenkt mir das Unabhängigkeit und macht mich frei – der Stress lässt mich los. Was für ein erhebendes Gefühl.

Beispiel 5

So absurd sich das anhört – ja, er sollte erst recht SO eindringen. Denn obwohl das Leben einen „Einbrecher vorbeigeschickt“ hat, bin ich nach dieser WORK dankbar dafür, dass in Wahrheit UNS und unserem Zuhause nichts Schlimmes geschehen ist. Und mir ist wieder in aller Deutlichkeit bewusst geworden, was für ein wunderbares Leben wir haben!

Mögliche weitere Umkehrungen:

  • Zu mir: „Ich sollte nicht einfach so in mein Zuhause eindringen!“
    Zum Beispiel in Momenten, wo ich mir mit stressigen Glaubensätzen unbemerkt mein Leben (mein Zuhause) vermiese.
  • Zu ihm (dem Einbecher): „Ich sollte nicht einfach so in sein Zuhause eindringen!“
    Beispielsweise indem ich gedanklich seine Angelegenheit zu meiner mache.
  • Zu meinem Denken: „Meine Gedanken sollten nicht einfach so in mein Zuhause eindringen!“
    Richtig, ich kann stattdessen mein Denken überprüfen und somit nützliche von nutzlosen Gedanken in meinem Leben (meinem Zuhause) unterscheiden.

Da wäre noch eine Kleinigkeit

P.S. Lieber Einbrecher, solltest Du diese Zeilen lesen, würde ich mich über die Rückgabe des Eherings sehr freuen, denn auch wenn es bald neue Trauringe für mich und meinen Mann gibt, bleibt der Ring doch ein lieb gewonnenes Erinnerungsstück. Einwurf in unseren Briefkasten genügt 🙂

Die Zukunft ist nicht vorhersehbar

Was für eine spannende Reise das Leben doch ist – immer wieder hat es neue Überraschungen parat. Und wie naiv ist es, zu glauben, man hätte die Planung des Lebens selbst in der Hand. Niemand von uns weiss, was am nächsten Tag oder in der nächsten Minute auf uns wartet. Das mag unberechenbar erscheinen und doch beinhaltet es auch das Geschenk, sich lebendig fühlen zu können. Was uns bleibt, ist aus der Illusionsfalle „die Zukunft sei planbar“ auszusteigen – statt sich um das Morgen zu sorgen, können wir unsere Zeit nutzen und uns sinnvoll mit dem JETZT beschäftigen – um diesen einen Moment auszukosten und ihn so unbeschwert wie möglich zu erleben … und dann den nächsten … und immer so weiter – damit das Leben so richtig Spaß macht!

Fazit meiner WORK: Sicherheit ist eine Illusion – doch mein Glück kann ich mir jederzeit selbst schmieden!

Wenn Du Fragen hast zu THE WORK, kannst Du gerne Kontakt zu mir aufnehmen – ich informiere Dich gerne!

Bildquelle: MonikaP auf Pixabay

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